Donnerstag, 18. Juli 2013

Siebdruck

Gestern habe ich mich - mit Freunden, die sich schon auskennen - zum ersten Mal im Siebdrucken probiert.
Wenn ein Motiv gestaltet und ein Sieb erstellt ist, ist Siebdruck eine praktische Möglichkeit, Stoffe wie T-Shirts, Beutel, Pullover etc. einfarbig zu bedrucken.
Das Erstellen der Siebvorlage stellt denke ich die größte Hürde dar, das hatte der Künstler in diesem Fall schon vorher erledigt.
Das Sieb mit Motiv wird auf der gewünschten Stelle plaziert.
Das Motiv, das wir gestern auf drei Shirts und einem Pullover untergebracht haben, ist eine eigene Abwandlung des Good Night White Pride Logos. Ich finde es sehr gelungen, und ein zweites - dann mit Elefant statt Bulle - steht schon in den Startlöchern.
Shirts direkt nach dem Siebdruck und ein Farbeimerchen.
Wenn das Sieb auf dem Stoff liegt, muss die Farbe in mehreren Zügen mit einer Gummirakel verteilt werden. Dabei dürfen Stoff und Sieb nicht verrutschen, das Sieb wird also am besten von einer zweiten Person fest nach unten gedrückt, während mit der Rakel die Farbe nach unten gepresst wird.
Wie am "G" zu erkennen ist, kann es zu kleinen Ungereimtheiten kommen; außerdem ist es schwierig, den eigenen Druck mit der Rakel absolut gleichmäßig auszuüben, es können also Bereiche entstehen, an denen (in diesem Fall) das Weiß nicht so stark ist wie anderswo.
Die T-Shirts trocknen in der Sonne.
Nachdem der Druck komplett getrocknet ist, muss der Stoff noch auf links an den bedruckten Stellen gebügelt werden. Nur dann bleibt die Farbe auch nach dem Waschen noch auf der Kleidung.

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und hoffe, dass die Farbe auch wirklich lange hält.

Die Klamotten sind übrigens bio & fairtrade - und können zum Selbstkostenpreis bei TariTime bestellt werden. Schaut mal auf Taris Facebook-Seite oder ihrer Homepage vorbei, es gibt noch einige andere bio-fairtrade-vegane Klamotten.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Veganer Hip Hop

Es wäre toll, wenn von Albino mal wieder ein neuer Track käme.
Darüber habe ich mich letztens mit einem Freund unterhalten und dachte mir nun, es könnte noch mehr Leute geben, die Lust auf veganen / emanzipatorischen Hip Hop haben, aber außer Albino noch nicht viel kennengelernt haben.
Deshalb hier mal eine kleine Sammlung mit Tracks, die mir gefallen:
  • 4Paws macht (hauptsächlich deutschsprachigen) Vegan Straight Edge Rap, sein erstes Album "Wolftape" und zwei Remixes gibt es als kostenlosen Download. Das Interview mit ihm aus der vorletzten Tierbefreiung kann man sich hier durchlesen. 4Paws benutzt in einem Track Samples aus Mononoke Hime, was ich ziemlich cool finde. Ansonsten ist der Remix von Militanz sehr gelungen:
  • Im Outro seines ersten Albums sammelt 4Paws Abschnitte aus Tracks von Naj One. Auf dem Album Destroy Babylon sind viele coole Tracks, in denen es vorrangig um Veganismus geht, zum Beispiel A New Dawn Breaking und natürlich Destroy Babylon:
  • Viel mehr unterschiedliche Tracks und Informationen gibt es auf dem häufig aktualisierten Blog Vegan Hip Hop Movement. Neben veganer Musik gibt es hier auch Stücke, die sich eher mit GMO und anderen umweltpolitischen Themen auseinandersetzen.
  • Von I & Ideal gibt es einen noch recht neuen Track mit Samples aus Gary Yourofskys berühmter Rede:
 
  • Noch ein netter, langsamer Track:

Wie gesagt, schaut Euch bei Bedarf ausgiebig auf dem super Blog Vegan Hip Hop Movement um, auch die Erklärungen vieler Künstler sind sehr hörenswert, warum sie Veganismus für obligatorisch in einer Musikszene halten, in der Freiheits- und Klassenkampf besungen werden.

Wenn Ihr Tipps zu mehr Musik gegen omnivore Brutalität habt, freue ich mich auf Kommentare.

Dienstag, 2. Juli 2013

Cafe Katzentempel

Im April war ich ja schon gespannt und hatte angekündigt, das Cafe Katzentempel bald nach der damals bevorstehenden Eröffnung besuchen zu wollen.
Andere (wie z.B. Claudi) waren schon da, letzte Woche habe ich es auch endlich geschafft:
Der Katzentempel hat ein hübsches Logo und ist mit der U-Bahn gut zu erreichen.
Als ich an einem Nachmittag unter der Woche in den Laden kam, war er gut besucht. Das Publikum bestand aus heranwachsenden Frauen in kleinen Gruppen oder allein, ein paar älteren Personen und einer Gruppe Rollstuhlfahrerinnen.

Ein laminiertes DIN A4-Blatt klärt auf der einen Seite über Namen und Hintergründe von vier Katzen auf, die andere Seite stellt die übersichtliche Speise- und Getränkekarte dar.
Obwohl alle Gerichte rein pflanzlich, also vegan sind, gibt es zum Kaffee neben Soja- und Hafer- leider auch (Bio-)Kuhmilch. Irgendwie hatte ich es so aufgefasst, dass das Cafe Katzentempel vegan werden sollte, deshalb war ich darüber enttäuscht.
Während man auf die Bestellung wartet, kann man den Katzen beim Herumlungern und Gestreicheltwerden zusehen.
Unangenehm, bzw. geradezu peinlich fand ich es, dass ob der süßen Miezen mancher Mensch die Contenance nicht wahren konnte und sich mit dem Handy auf den Boden warf:
Mitunter sind mehr Vierbeiner im Katzentempel unterwegs als angegeben.
Probiert haben meine Begleitung und ich einen kleinen und einen großen Smoothie sowie Kuchen und das "Tempelsandwich", das mit 12,50 Euro das teuerste Gericht  darstellt.
Die Smoothies werden derzeit aus praktischen Gründen in der Früh zubereitet und dann aus dem Kühlschrank serviert - schade. Sie schmeckten aber nicht schlecht.
Etwas eigenartig wirkte die Preisgestaltung: für 0,2l werden 3,90 Euro fällig, für 0,4l sind es 5,50 Euro. Das kleine Glas lohnt sich da nicht wirklich wie ich finde.
Ein kleiner Smoothie und der sehr leckere Karottenkuchen.
Dafür ist der Kuchen ein gutes Angebot: für 3,50 Euro wurden gleich zwei Stück Kuchen an den Tisch gebracht, die sehr gut schmeckten. Die Kuchen werden wohl täglich frisch gemacht.
Alle Speisen liegen auf dem Tablett übrigens unter einer Abdeckung, bis sie dem Gast am Platz serviert werden. So soll das gefürchtete Haar in der Suppe vermieden werden; was am Platz geschieht ist dann jedermenschs eigene Sache.
Im Hintergrund ist der große grüne Smoothie zu erahnen, vorn prangt das unverhältnismäßig teure Tempelsandwich.
Für 12,50 Euro bekommt man im Cafe Katzentempel drei kleine, kalt belegte Brote und einen gemischten Salat. Da ich mir eine Art warmes Clubsandwich erhofft hatte, war ich von den Brötchen enttäuscht. Der Salat war gut und mit Curry-Senf-Dressing positiv interessant, hätte einzeln allerdings viel weniger gekostet.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Preisgestaltung hier nur wenig durchdacht ist.
Wer nahe der Uni in München für einen angemessenen Preis satt werden möchte, ist mit einem veganen Döner von der Fresh Lounge besser beraten. Und selbst wenn das Geld mal locker sitzt, befindet sich ein paar Häuser weiter in derselben Straße das Gratitude, in dem zu ähnlichen Preisen spannenderes Essen aufgetischt wird.

Da die Katzen im Katzentempel mit totem Tier gefüttert werden, ist für mich auch die Tierhaltung kein legitimer Grund für die teils hohen Preise. Die Katzen wirkten während meines Besuchs übrigens manchmal etwas genervt von dem Trubel.
Wer es sich unbedingt ansehen möchte, sollte den Besuch nicht als Abendessen planen, sondern einfach auf einen Kaffee und vielleicht ein Stück Kuchen vorbeischauen.